Allrad Wien Weihnachtsausfahrt 2025

Nach Wochen des Entzugs war es ein beinahe ungewohnter, jedoch wunderschöner Anblick, als plötzlich auf Höhe der Ortschaft Seebenstein die gleichnamige Burgruine im strahlenden Morgenlicht der Sonne erschien. Nur ein paar Kilometer weiter tauchte dann bereits die Abfahrt nach Grimmenstein auf, wo auch unser Treffpunkt lag.

So trafen wir uns also bei durchaus eisigen Temperaturen, umgeben von mit Frost bedeckten Baumwipfeln und warteten, bis die Sonne auch den nahegelegenen Berg überstieg, während nach und nach immer mehr Fahrzeuge anrollten.

Wieder einmal durften wir lernen, dass sich die idealen Eigenschaften einer Stoßstange nicht nur über Robustheit und Böschungswinkel definieren. Auch die Eignung als Anrichte für Heißgetränke und Kekse sollte sichtlich beim Kauf berücksichtigt werden. Etwa zum gleichen Zeitpunkt, als Doris den heiß ersehnten wärmenden Tee und Kaffee auf besagter Stoßstange anrichtete, und sich alle immer näher zusammenfanden, hat sich auch die Sonne endgültig zu uns gesellt. Von nun an wich sie uns dankenswerterweise auch nicht mehr von der Seite.

Mehr oder weniger pünktlich um 09:30 Uhr ging es nach einem kurzen Briefing auch schon los in Richtung erste Station, der Brennerei Kölbel. Nach etwa einer Stunde Fahrt über vereinzelte Forststraßen und abgelegene Landstraßen mit herrlicher Aussicht, erreichten wir vorfreudig das Ziel. Nach einer kurzen Erklärung zum Herstellungsprozess ging es auch schon los mit der Verkostung. Beim umfangreichen Angebot der Schnaps-, Geist- und Whiskykostproben war mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Wer dennoch nichts Flüssiges kosten wollte, konnte den Guster zumindest mit köstlichen Schmalzbroten stillen.

Mit viel neuem Wissen und auch der einen oder anderen erworbenen Flasche des persönlichen Testsiegers im Gepäck, haben wir erneut die Motoren angeschmissen und die Fahrt zum heiß ersehnten Mittagessen angetreten. Auf unserer Route wurden wir durch den beeindruckenden Ausblick auf den wie ein Ozean im Tal liegenden Nebel immer wieder daran erinnert, wie schön es doch ist, gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein im Geländewagenkonvoi unterwegs sein zu können.

Beim Edlitzer Pferdehof angekommen, wurden wir nicht nur äußerst herzlich empfangen, sondern auch mit köstlichem Essen und Getränken versorgt. Mit vollen Mägen und mindestens genauso voller Motivation begaben wir uns im Anschluss noch ein letztes Mal zu unseren Fahrzeugen, um unserer gemeinsamen Leidenschaft, dem Fahren abseits von befestigten Wegen, nachzugehen.

Von einem neuen Leitfahrzeug, in Form eines ortskundigen VW Amarok, wurden wir erst zu und dann durch einen nahegelegenen Wald geführt. Aufgrund der milden Temperaturen war der Boden noch nicht durchgefroren und die Verhältnisse daher ein wenig ungewiss. Ohne jegliche Probleme haben jedoch ausnahmslos alle Fahrzeuge, vom Fiat Panda bis zum HDJ80, die stellenweise recht gatschigen Forstwege gemeistert.

Auch wenn die Route durch den Wald sicher ein wenig länger hätte sein dürfen, kehrten wir mit einem Lächeln im Gesicht ein letztes Mal zum Edlitzer Pferdehof zurück, wo sich alle mit Weihnachtsgrüßen und Neujahrswünschen voneinander verabschiedeten, ehe wieder die Heimreise in Richtung Nebel angetreten wurde. Begleitet vom immer schwächer werdenden roten Abendlicht wurde ein Auto nach dem anderen vom Nebel im Tal verschluckt. Wie als wäre man in einer anderen Zeit und Welt angelangt, war vom Sonnenlicht mit einem Schlag keine Spur mehr zu sehen. Von nun an waren also wieder Abblendlicht und Nebelscheinwerfer die einzigen Lichtquellen.

Auch wenn ungewiss ist, wann sich der bereits langanhaltende Nebel in Wien wieder lichten wird, so machen die Erinnerungen an die gemeinsame Weihnachtsausfahrt bei strahlendem Sonnenschein das Warten mit Sicherheit ein wenig erträglicher.

Jakob Kuhn

PS – Der Allrad Wien bedankt sich beim Edlitzer Pferdehof für die Waldrunde und die Bewirtung (frisch gekocht schmeckt es immer noch am besten…) und bei Familie Kölbel (www.kraxados.at) für die interessante Führung und Verkostung.